Skip to main content

Unsere Welt verändert sich in einem rasanten Tempo. Probleme wie Klimakrise, Artensterben, Müllbelastung und Ressourcenverknappung gingen im Jahr 2017 einher mit einer globalen Vertreibung von 68,5 Millionen Menschen (UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge ). Diese Menschen mussten ihre Heimat aufgrund politischer, sozialer oder / und ökologischer  Krisen verlassen. In Deutschland führt der "soziale" Wettbewerb mehr und mehr zu einem "Auseinanderfallen der Gesellschaft " (R. Brinkhaus, 2018  (Vorsitzender d. CDU/CSU-Bundestagsfraktion)).   

Die Einsicht, dass derartige Probleme und Krisen in einem indirekten oder direkten Zusammenhang mit der Art und Weise, wie wir mit uns und unseren Planeten haushalten stehen, ist uns immer noch fremd. Prinzipiell stehen uns Methoden zur Verfügung, viele soziale und ökologische Probleme  gemeinsam und länderübergreifend zu lösen. Hierzu bedürfte es aber auch dem Bewußtsein und der Motivation etwas zum Besseren zu wenden.  

So könnte das Internet auch zur nachhaltigen Kommunikation und zu einer Lösung weitreichender  Probleme genutzt werden. Aktuell führt jedoch die "Gleich-zeitigkeit des Verschiedenen im Netz " (B. Pörksen, 2018 ) meist nicht zu einer Annäherung und Kompromissfindung, sondern resultiert häufig in einem Kommunikationsabbruch. B.  Pörksen konstatiert diesbezüglich: "Eine Gesellschaft kann sich eine solche Haltung nicht auf Dauer erlauben, weil sie dann auf unheilvolle Weise fragmentiert.  Sie braucht Räume der kommunikativen Integration, Kontaktzonen und Anlaufstellen der Kompromissfindung."  So fordert auch Bundespräsident F.-W. Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache 2018: "Wir müssen wieder lernen, zu streiten, ohne Schaum vorm Mund, und lernen, unsere Unterschiede auszuhalten."  

 

Die gemeinsame Wahrnehmung unserer Welt und der Austausch darüber bilden neben philosophischen Gesprächen derartige Räume kommunikativer Integration. Sie helfen uns eine  gemeinsame Basis zu finden. Philosophieren bedeutet hier aber nicht zu streiten, sondern es steht für ein entspanntes und zwangloses "Beschnuppern" anderer (verschiedener) Perspektiven auf Basis von Respekt und Toleranz. Das philosophische Gespräch kann zur Integration neuer Perspektiven oder einzelner Aspekte genutzt werden. Oftmals ebnet sich ein Weg zur Kompromissfindung bei eventuell folgenden Streitgesprächen.  Kinder lernen Verschiedenheit besonders schnell auch als Bereicherung zu begreifen und mögliche Chancen zu nutzen. Für unsere Gesellschaft ist die Akzeptanz von Verschiedenheit eine Grundbedingung für das Gelingen demokratischer Prozesse.

 

Persönliche Standortbestimmung für jeden

Zur persönlichen Standortbestimmung ist es ungemein hilfreich unsere Umwelt, wie schon von Alexander von Humboldt im 19. Jahrhundert beschrieben, als einen Organismus, eine vernetzte Mitwelt zu verstehen (auch Klaus Michael Meyer-Abich, Harald Lesch). Die Interaktionen einzelner Facetten der Mitwelt (z.B. Natur, Mensch oder Kultur (hier vom Menschen überformte Natur)) bestimmen direkt oder indirekt die Geschicke aller. Für uns Menschen können diese Interaktionen jedoch weit über die Funktion unserer materiellen Lebensgrundlage hinausgehen (Abbildung). Für uns bietet sich in der bewussten Wahrnehmung und Interaktion mit unserer Mitwelt die Chance Rückhalt und Motivation zu erfahren, zu entdecken und sich zu bilden.

Wir sollten uns darüber bewußt werden, dass wir Teil der Welt sind, die wir permanent mitgestalten. Ob bewußt oder unbewußt,  "Alles, was wir tun, oder was wir nicht tun, trägt zur Mitgestaltung  unserer Welt bei " (P. Kuenkel, 2016 ). Vieles, das wir getrennt sehen, hängt zusammen. "Die verbindenden unsichtbaren Fäden hinter den Dingen sind  für das Geschehen der Welt  oft wichtiger als die Dinge selbst. " (F. Vester, 1999 ). Frederic Vester zeigte, dass vernetztes Denken für eine nachhaltigen Lösung  sozialer und ökologischer Probleme eine geradezu unabdingbare Voraussetzung darstellt.

Vernetztes Denken kann schon von Kindesbeinen an spielerisch erlebt, hinterfragt und durchdacht werden. Geht doch "ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus..." (frei nach A. von Humboldt). Nicht, dass es hierfür neuen Wissens bedürfte. Wir sollten uns bereits vorhandenen Wissens bewußt werden und Wege für dessen nachhaltige Umsetzung suchen. Unsere Mitwelt hält für uns manch interessanten Aspekt bereit, der Menschen jeder Alterstufe einlädt, genauer wahrzunehmen und intensiver darüber nachzudenken. Nach K. Gebauer  & G. Hüther (2014) werden "...Kinder als Entdecker geboren. Sie wollen lernen ihre Welt zu erkunden…” Es ist an uns, Kindern und Jugendlichen mit aktuellen Methoden das Umfeld zu bieten und Themen zu erschließen, die schon Generationen von Heranwachsenden zuvor für ihre Entdeckungstouren zu nutzen wussten. In dem sie sich  ausprobieren, lernen sich Heranwachsende  in ihrer Rolle als vernetztes Wesen kennen, erfahren  Selbstwirksamkeit  und beginnen sich sozial "einzunischen". Das gemeinsame Erleben von Gestein, Boden, Hund oder Mitmensch wird im Gespräch zu einer ersten Erfahrung der Vernetzung.   
 

 

Nehmen wir uns als einen vernetzten Bestandteil unserer Mitwelt wahr, so wird die Sinnhaftigkeit von H. Lesch  Anregung offensichtlich: "Versuchen Sie bei jeder ihrer Handlungen für einen winzigen Moment daran zu denken: "Ist das jetzt sinnvoll, oder ist es das nicht?" Wenn wir uns alle zusammentun, dann können diese kleinen Vernunfthandlungen dazu führen, dass Großartiges passsiert".  (nach H. Lesch, Vortrag a.d. TU Ilmenau, 2018/12)  

 

geOCognition nutzt Potentiale unserer Mitwelt um über deren Wahrnehmung und Gespräch ein frühes Ahnen und späteres Nachdenken zu befeuern.

Ich hoffe, dass sie diese Website anregt, gemeinsam mit anderen etwas von realem Wert wiederzuentdecken.

Über Ihr Feedback auf der Startseite freue ich mich...

 

Dr. rer. nat. Guido Kossmann