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Ja, das letzte kleine Klimagespäch verlief mit ganzen drei Teilnehmern in einem sehr überschaubaren Rahmen. Hauptsächlich beschäftigten wir uns mit der Frage warum diese Thematik auf so wenig Interesse stößt. Gerade angesichts der Tatsache, dass der damalige ARD-Deutschlandtrend vom 05.09.2019 ein anderes Bild zeichnete (76 % der Befragten machten sich große bis sehr große Sorgen, dass die Klimakrise unsere Lebensgrundlage zerstören könnte).

Was sich seitdem in unserer Gesellschaft getan hat, kann man allenfalls als eine weitere Fragmentierung in zwei Lager beschreiben. Ein Lager, das die unmissverständlichen Aufbruchssignale zum Denken, Planen und Handeln wahrnimmt und seinen Mitmenschen, der Politik und Wirtschaft eine deutliche Botschaft übermittelt und "den" anderen. Das Ignorieren und Wegreden der Klimakrise mag sich aus vielen Quellen nähren. Neben der Bequemlichlkeit und der schalen Hoffnung, dass man wohl noch ungeschoren davon komme, bishin zu Verlustängsten und Befürchtungen vor ökoautoritären Maßnahmen seitens des Staates, gibt es eine Vielzahl von Gründen die Realität zu leugnen. 

Neben Extremwetterereignissen belegen Missernten und absterbende Baumarten, wie Fichte, Buche und andere, dass unsere Äcker und Wälder aktuell schon erheblich unter Klimastress leiden. Selbst für Laien wird diese Tatsache mit jedem Waldspaziergang immmer offensichtlicher. Dabei ist die Globaltemperatur in Bezug auf vorindustrielle Zeiten gerade einmal um 1 Grad Kelvin (Celsius) angestiegen. Dieser rapide erfolgte Temperaturanstieg wird von Klimawisssenschaftlern klar mit dem vermehrten Ausstoß von klimawirksamen Gasen (CO2, CH4 und N2O) in Zusammenhang gebracht.

"Die vielfältigen Forschungen haben natürliche Ursachen für den aktuellen, sehr schnellen und steilen Temperaturanstieg seit Beginn der Industrialisierung ausgeschlossen. Er ist nur durch die menschengemachte Verstärkung des Treibhauseffekts erklärbar."1 

 

Nein, die Wissenschaft kann keine 100%igen Vorhersagen über den Verlauf der Klimakrise treffen. Wir sollten aber jegliche Optionen ergreifen, die die Wahrscheinlichkeit den worst case zu verhindern maximieren. Wissenschaftliche Modellierungen bieten uns momentan das beste Handwerkzeug um den Verlauf dieser Krise zu prognostizieren. Wir sollten die daraus resultierenden Optionen für politisches, industrielles und gesamtgesellschaftliches Handeln umgehend identifizieren und uns an deren Umsetzung machen.  

Je länger wir mit der Veränderung unseres wirtschaftlichen Stoffwechsels hadern, desto wahrscheinlicher werden Verluste und immense Einbußen an Menschenleben und -rechten für uns alle. Die, vom zweiten Lager aufgeführten Bedenken werden durch unsere Untätigkeit schnell zu selbsterfüllenden Prophezeihungen. Kein Mensch behauptet, dass der gesellschaftlich-industrielle Wandel ausschließlich Freude bereiten wird. Nein - der notwendige Wandel wird uns allen einiges abverlangen. Aber er ist alternativlos und muss  so schnell wie möglich und so effizient wie möglich angenommen werden.

 

Darüber hinaus fällt dieser Wandel auf privater Ebene um so leichter, desto mehr er "freiwillig" umgesetzt wird. Der Gang in die Stadt, der Einkauf mit Fahrradanhänger, das Abschalten von Geräten mit Standby-Betrieb, wie auch das Tragen eines Pullovers bei reduziertem Heizaufwand ist direkt mit gesundheitlichem, finanziellem und emotionalem Gewinn verknüpft. Ich möchte, dass sich Kinder wieder eine lebenswerte Zukunft vorstellen können. geOCognition soll zu einem gesellschaftlichen Gespräch / MITEINANDER beitragen, welche letztlich Zuversicht für Zukünftiges induzieren und Kräfte für Wandel, wo immer nötig, freisetzen.  

 

Den Aktivisten von Fridays For Futureund dem Jugendrat der Generationenstiftung zolle ich hohen Respekt und danke für ihre Beharrlichkeit. Beide Initiativen gründen ihren Veränderungswillen auf wissenschaftlichen Tatsachen. Insofern lade ich gern meine Leser dazu ein sich mit den Aktionen dieser Jugendlichen kritisch auseinanderzusetzen und das Potential eines menschlichen MITEINANDERS und wirklicher Alternativen auch für sich zu entdecken. Kommen Sie am 24.09. zu einem Klimastreik und suchen das Gespräch. Ich bin überzeugt, dass es helfen wird Vorurteile abzubauen und neue Perspektiven für die Zukunft zu gewinnen.    

 

Ihr guidO Kossmann 

 

p.s. selbstverständlich hätte ich auch für die FFF eine Dreistigkeit von Anregung: Den Slogan "Alle fürs Klima" durch "Alle für besseres Klima" ersetzen ;-)  

 

 

1) Deutsches Klima-Konsortium, Deutsche Meteorologische Gesellschaft, Deutscher Wetterdienst, Extremwetterkongress Hamburg, Helmholtz-Klima-Initiative, klimafakten.de (2020): Was wir heute übers Klima wissen: Basisfakten zum Klimawandel, die in der Wissenschaft unumstritten sind. Stand September 2020.