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Auch in unserem Land wird die Klimakrise in Form einer Zunahme an Ernteeinbußen, Trockenheit, Waldbränden und absterbenden Bäumen immer offensichtlicher. Viele Menschen tragen dieser Entwicklung Rechnung.  Laut dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend vom 05.09.2019 machen sich 76 % der Befragten große bis sehr große Sorgen, dass die Klimakrise unsere Lebensgrundlage zerstören könnte. Es ist an uns, ein unmissverständliches Aufbruchssignal zum Handeln an unsere Mitmenschen, an Politik und Wirtschaft und zu senden. Maßnahmen gegen die Klimakrise müssen JETZT umgesetzt werden. Die aktuelle Stellungnahme der Scientists For Future  (Scientists for Future - Aufruf an die Politik (feat. Greta Thunberg)) vom 16.09.2019 bringt diese Notwendigkeit klar zum Ausdruck.. 

 

Am 20.09.2019 besteht weltweit in vielen Städten die Möglichkeit, im Rahmen einer Demonstration dem persönlichen Bedürfnis nach einer deutlich engagierteren Klimaschutzpolitik Ausdruck zu verleihen. Bis zum 18.09.2019 waren in Deutschland 503 Veranstaltungen angemeldet. Zur Suche einer Kundgebung in ihrer Nähe, suchen Sie bitte die Website von Klima-Streik.org auf.   

Neben der Teilnahme an der Demonstration für die Einhaltung des 1,5°C-Ziels (Pariser Klimaschutzabkommen), regen wir an, dass sich besorgte Mitbürger nachmittags mit ein paar Sitzgelegenheiten vor die eigene Haustür setzen und Nachbarn und Passanten zu einem Gespräch über die Klimakrise einladen. Ein ungezwungenes Gespräch bietet die Chance Sichtweisen, Sorgen und Ideen zum persönlichen Klimaschutz auszutauschen. Es kann um Fragen gehen wie: „Wieso betrifft mich die Klimakrise?Was macht mir Sorgen? Was können WIR Sinnvolles tun?“ Auch kontroverse Gespräche sind, wenn sie mit dem nötigen Respekt und Toleranz geführt werden, zielführender, als den Kopf in den Sand zu stecken.

Befragte des o.g. ARD-Deutschlandtrends maßen dem Auseinanderdriften gesellschaftlicher Gruppenin unserem Land größte Bedeutung zu. So machten sich diesbezüglich 83 % der Befragten große bis sehr große Sorgen. Wir teilen sowohl die Befürchtungen im Hinblick auf soziale Fragmentierung als auch auf die Brisanz eines zögerlichen Klimaschutzes. Im respektvollen Gespräch sehen wir aber auch die Chance des zwischenmenschlichen Brückenbaus und einer Wegbereitung hin zur Lösung vieler aktueller Probleme. Gespräche können dazu beitragen, dass wir als Gesellschaft wieder handlungsfähig werden und dies zukünftig auch bleiben. Unsere Geschichte lehrt uns, dass es für Demokraten keine Alternative zu einem demokratischen MITEINANDER geben kann.

 

Um ihrer Aktion auch politische Sichtbarkeit zu verleihen, schlagen wir vor, ein Selfie Ihrer KlimaAktion mit einem geeigneten Kommentar Ihrem(r) Bürgermeister(in) über die jeweilige Website der Gemeinde zukommen zu lassen. Den Fridays for Future-Aktivisten (FFF) der Region können Sie für ihre beharrliche Geduld Anerkennung zollen, indem Sie auch diesen Ihr Selfie mit ein paar freundlichen Worten des Danks an diese senden (regionalfridaysforfuturede). Regen Sie bitte Freunde und Verwandte an, es ihnen gleichzutun, dann besteht die Chance, dass wir nach dem 20.09. die soziale, wie ökologische Lage etwas optimistischer bewerten können...


 

HINTERGRUND     Beim Einkauf vertrauen wir darauf, dass wir Werte im Tausch gegen bedrucktes Papier oder geprägtes Metall erhalten. In der postmodernen Welt erhalten wir diese Werte im Vertrauen auf eine Karte + PIN. Wenn wir uns fortbewegen, wenn wir kommunizieren, oder uns amüsieren, vertrauen wir darauf, dass das, was die Profis aus Wissenschaft und Technik uns da geschaffen haben, auch funktioniert und uns nicht schadet.

Wenn jetzt aber die erschlagende Mehrheit der, mit der Klimakrise beschäftigten Profis sagt, dass wir um- und neudenken, ja anders handeln müssen, stellen wir uns quer und meinen das große Fachsimpeln beginnen zu können. Wer hinterfragt schon technische Details eines Smartphones? Wir aber meinen die Aussagen der KlimaProfis hinterfragen zu können und meinen sie auch noch vollmundig in Abrede stellen zu dürfen. Und das ohne jegliches Know-how, ohne belastbare Argumente. In dieser Hinsicht benehmen wir uns wie Trotzköpfe, die mit Vehemenz mit dem Fuß aufstampfen und meinen, dass damit die Krise schon erledigt sei. Auch ignorieren wir diese, weil wir uns nicht die Zeit nehmen uns wirklich einmal damit gedanklich auseinanderzusetzen. Doch beide Fluchten lösen keine der angesprochenen Bedrohungen.  Wieso vertrauen wir nicht auch im Bezug auf die Klimakrise auf die Wissenschaft? Wieso erkennen wir nicht die Chancen eines Umdenkens? 

 

Dieses Vertrauen und Umdenken konnte man bis dato vorwiegend bei Angehörigen der jüngeren Generation wahrnehmen. Sie sind seit Monaten freitags auf der Straße und erinnern uns daran, was unser Leben wirklich lebenswert macht. Das menschliche MITEINANDER. Offen über Probleme zu sprechen, Kontroversen auszuhalten, sich gegenseitig Mut zu machen, letztlich einen für alle akzeptablen Kompromiss zu suchen. Wir sollten mit Stolz und Dankbarkeit diesen jungen Quer- und Neudenkern die Hand reichen. Wir sollten gemeinsam überlegen, welche sozialen, ökologischen und ökonomischen Chancen eine konsequente Begegnung dieser menschheitsbedrohenden Krise mit sich bringt. Auf Basis unseres Wissens kann jeder etwas zu einer besseren Gesellschaft und einer lebenswerten Zukunft beitragen, man muss nur wollen.